Von der Idee zum Druck

Hinter den Kulissen von „Der Atem der Wale“


2024 ist insgesamt ein Jahr, das mich zu meiner Kunst zurückgebracht hat. Während ich in den vorangegangen Jahren viel mit Organisieren und Produzieren beschäftigt war, habe ich in diesem Jahr selber viel mehr künstlerisch gearbeitet. Dazu gehört z.B. die Arbeit mit meinem Theaterensemble „I Sospesi“ in Florenz oder mein Schreiben.


Im Frühsommer habe ich einige Gedichte als Beitrag zu einer Ausstellung geschrieben und die Gedichte dann mit Musik performt. Das war nach langer Zeit die Annäherung zurück an die Poesie und das Entstauben einiger Gedichte, die seit Jahren in meinen Notizbüchern stehen.


Auf meinem Rückflug von Kanada dann hat mich der Weltschmerz einfach umgehauen: Wie kann es sein, dass wir selbst unseren Planeten so vollkommen zugrunde richten? habe ich mich hoch über den Wolken gefragt. Und mir gewünscht, einen aktiven Beitrag zu leisten, um wenigstens im Kleinen etwas zum Schutz unserer Umwelt beizutragen. Ich wollte etwas Handfestes, nicht nur Worte und Blabla. Eigentlich hab ich mir gedacht: Geh an irgendeinen Strand und sammle Plastik. Aber das wäre eine wenig nachhaltige Aktion, es wäre nur ein kleiner persönlicher Leuchtturm. Dann habe ich mich gefragt, was ich stattdessen tun kann, um einerseits Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und gleichzeitig konkret zu helfen. Vor meinem inneren Auge habe ich dann diesen Gedichtband gesehen und gedacht: Das könnte funktionieren. Ein Gedichtband, dessen Verkaufserlös an ein Naturschutzprojekt gespendet wird, konkret an „Meere ohne Plastik“ vom NABU Deutschland. So kann ich einen konkreten finanziellen Beitrag leisten und nachhaltig bereits bestehende Projekte unterstützen. Und gleichzeitig auch auf die Problematik aufmerksam machen, indem ich einige Seiten im Buch einem Fragenkatalog zum eigenen Verhalten in Bezug auf unser eigenes Umweltbewusstsein richte.

Ich hatte nicht einmal die Hälfte der Gedichte und auch keine Idee, ob Greta wirklich Lust hätte, die Gedichte zu illustrieren und es mir wirklich gelingen würde, Agnes als Grafikerin ins Boot zu holen. Aber ich habe mir gedacht, dass es entweder mit ihnen klappt, oder gar nicht. Als beide direkt und ohne Zögern zugesagt haben, wusste ich, dass meine Idee in den allerbesten Händen war.

Als nächstes habe ich dann eine Druckerei gesucht. In Bonn sollte sie sein, damit ich die Gedichte dort selber abholen kann. Klimaneutral nicht nur das Papier, sondern auch die Druckerei und am besten noch ein lokal ansässiger Familienbetrieb. Bei der Druckerei molberg medien bin ich schnell fündig geworden. Die Expertise dort hat ebenfalls einen großen Teil zum Gelingen des Produkts beigetragen – in Bezug auf das Papier wurde ich großartig beraten.

Dann habe ich noch zwei sehr fähige Leute für ein kleines Lektorat ins Boot geholt – sie sollten sich mit Publikationen auskennen und dem Thema Umweltschutz. 

Für das handliche Taschenbuchformat habe ich mich entschieden, weil mir wichtig ist, dass Menschen dieses Büchlein ohne Gewicht mit sich herumtragen und jederzeit darin blättern können. Es handelt sich um Gebrauchslyrik und nichts, was im Bücherregal verstauben sollte. In meinen Augen sollte Poesie immer (be)greifbar sein – wie Poesie erscheint, trägt dazu einen wichtigen Teil bei. 

Übrigens: Greta, die die Gedichte illustriert hat, versteht kein Deutsch. Ich habe ihr alle Gedichte ins Italienische übersetzt und dabei sehr kritisch auf das Ergebnis gewartet. Denn Poesie zu übersetzen ist eine der schwierigsten Übersetzungsaufgaben überhaupt. Aus Gretas Illustrationen konnte ich dann erkennen, dass sie alles ganz genau verstanden hat. Nun sind ihre Illustrationen Bedeutungsträger für die Botschaften in den Gedichten, über sprachliche Grenzen hinaus. „Internationale Verständigung“ ist der Titel eines der Gedichte, und es kommt mir so vor, als hätte ich durch die Illus nun eine weitere Kommunikationsebene erschlossen. 

Die Liebe zum Detail und die Konsequenz in den einzelnen Produktionsschritten atmet jetzt aus jeder Seite des kleinen Büchleins. Wer es in den Händen hält, merkt das sofort. Ich bin tatsächlich sehr stolz auf das Ineinandergreifen der vielen unterschiedlichen Ideen, die hier zusammen kommen. Und fühle mich bestärkt darin, dass nur tolle Sachen entstehen können, wenn begeisterte und talentierte Menschen ihre Fähigkeiten bündeln. Danke an alle, die mitgemacht haben!

Wenn ihr Fragen zum Produktionsprozess habt oder gerne etwas anderes wissen wollt, schreibt es mir in die Kommentare.


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